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20. Juni 2006

Get behind me, Satan

Abgelegt unter: zeitleben — macinacs @ 00:36

Heute brachte mir der Postbote mein neues Mobiltelefon.
Wobei das eigentlich so gar nicht stimmt, denn ›überreicht‹ hat es mir ein Nachbar,
der das Päckchen freundlicherweise für mich aufbewahrte, weil der Bote mich nicht angetroffen hat.
Und zwar der Nachbar zur Linken, der mit dem kleinen Hund, welcher immer die Kinder verbellt,
die die Gemeindebriefe austragen.
Letztens war eines von denen mit Rollschuhen unterwegs und ist vor Schreck voll hingeklatscht.
Aug’ in Aug’ mit der kläffenden Töle verharrte das arme Kind regungslos am Boden und piepste um Hilfe.
Aber das wollte ich eigentlich gar nicht erzählen …

Ich habe ich mir also auf Drängen meiner Lieben und meines Providers endlich ein neues Handy zugelegt.
Mein arg betagtes Nokia litt doch zum Ende hin an erheblichen Akkuproblemen und zu mehr als ›Nummer wählen‹
und dann schnell brüllen: »Ich verspäte mich!« reichte es kaum mehr … *piep* *piep* AKKU LEER.

Ein Klapphandy sollte es werden.
Geliebäugelt hatte ich mit dem “Motorola V sowieso” in Silber.
Weil es optisch doch so vortrefflich zu meinem AluBook passt.
Und weil es alles hat, was das Frauenherz begehrt:
Bluetooth – natürlich.
Und einen MP3-Player.
Nicht dass ich den bräuchte. Aber nachdem H. mich einen ganzen Abend mit seinem
»Parabola«-Klingelton ›genervt‹ hat, war ich doch etwas neidisch.

Bestellt habe ich dann ein »Sony Ericsson K750i«.

Und damit sollten ab heute all die erdrückenden Vorwürfe ›Nie erreicht man dich‹,
›Immer ist dein Handy aus‹, ›Hast du meine SMS nicht gekriegt?‹ (äh?) endgültig
der Vergangenheit angehören.

Aber: Pustekuchen!

Denn nachdem ich mit der tollen Handy-Kamera schon ein paar Fotos geschossen hatte,
alle möglichen MP3s via Bluetooth vom Rechner auf das Telefon geschubst und im
Minutentakt einen anderen Lieblingssong als Klingelton auserwählt hatte, stellte ich
plötzlich verdutzt fest: Ich habe gar keinen Empfang!
Das vermaledeite Ding findet kein Funknetz!
Nicht im Wohnzimmer, nicht in der Küche oder im Bad, auch nicht, wenn ich mich
kopfüber am linken Bein aufgehängt vom Balkon baumeln lasse, nein, nicht mal,
wenn ich mit dem Hund um den Block laufe …

Und schlagartig wurde mir klar was genau der pfiffige Bursche im D2-Shop meinte,
als er sagte, dass ich mit dem neuen »Homezone-Paket« jede Menge Geld sparen kann …

Es ist ja bekannt, dass D2 hier hinterm Wald so seine Probleme hat … aber NULL Empfang?
Klar, ein ›Mobil‹-Telefon dient in erster Linie dazu, unterwegs zu telefonieren,
aber mit allen meinen bisherigen Handys war ich doch zusätzlich – zumindest wenn ich
die Balkonnummer abgezogen habe – auch einigermaßen störungsfrei daheim gesprächsbereit.

Und nun bin ich – dank Homezonetarif – (theoretisch) in der Lage mit dem Gerät ›festnetzgünstige‹
Gespräche zu führen und kann nicht raus telefonieren?
Jetzt habe ich ein modernes Telefon und die geilsten Klingeltöne und keiner kann mich anrufen?
Und – ebenso theoretisch – ist es mir sogar endlich wieder vergönnt (nachdem mein T610 vor knapp
zwei Jahren frühzeitig verblichen ist), bequem SMS vom Rechner aus zu verschicken und dann findet
das §&$&/”§ding kein Netz?

Das werde ich so nicht hin nehmen! smile

Die werden mich kennen lernen! smile

Und deshalb wird mich mein Weg gleich morgen wieder in den D2-Shop(*) führen.

smile

Get behind me, Satan!

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(*)Vielleicht haben die ja dort auch Akkus für alte Nokia-Handys … smile

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7. Juni 2006

»Spiral out. Keep going.«

Abgelegt unter: hörensagen, zeitleben — macinacs @ 15:06

06.06.06 – TOOL live in Hamburg, Alsterdorfer Sporthalle

Der Sound war miserabel, die Setlist zu kurz und es gab weder einen Support noch eine Zugabe.

Mein Begleiter H. zeigte sich am Ende der Show enttäuscht. Aber ich war selig.
Vielleicht auch, weil unsere Erwartungen unterschiedlich waren, denn mir war klar, TOOL werden ihre Stücke mehr oder weniger ‘in einem Rutsch’ runterspielen und nach »Aenima« wird definitiv ‘Feierabend’ sein. Ohne Zugabe.
Doch auch wenn jemand kurz vorm Konzert verlauten ließ: “Ich bin nicht in Stimmung, ich hätte Drogen nehmen sollen.” ;-) so wurde allerspätestens bei »Schism« klar: Die Tool’sche Musik ist Droge genug.

Wir standen in zweiter Reihe und so war die Sicht zum Glück auch für eine kurzgewachsene Person wie mich sehr gut, denn den Anblick von Maynards Hüftschwung hätte ich um nichts in der Welt versäumen mögen. :D
Und somit konzentrierte sich mein Focus voll und ganz auf die Bühnenakteure, so dass ich die phantastischen visuellen Effekte und Clips, die auf den Leinwänden hinter der Bühne liefen, nur am Rande wahrgenommen habe.
Wenn es ein nächstes Mal gibt, werde ich aber definitiv an Ohrstöpsel denken, war die gesamte Show doch … ähm … arg laut. Möglicherweise versuchte man, die mangelhafte Akustik der Location mit ‘Alles-was-geht-Lautstärke’ zu kompensieren. :D

Nach neunzig magischen und kurzen Minuten war alles vorbei und ich sank wie in Trance in die weichen Polster der Limousine von M., meinem ‘Engel in schimmernder Rüstung’, dem mein besonderer Dank gilt, da er an diesem Abend so geduldig und souverän unseren Chauffeur gespielt hat.

Eine Bewertung nach Punkten spare ich mir an dieser Stelle, denn es war mein erstes TOOL Konzert und auch das erste Konzert dieser Größenordnung, bei dem ich so weit vorne ‘mitgemischt’ habe. So verbuche ich das Ganze mehr als ‘persönliche Erfahrung’ und erlaube mir keine Objektivität. Kann ich auch gar nicht. Jedenfalls nicht, so lange mir noch dieses ‘debil-verzückte’ Grinsen im Gesicht steht, sämtliche Glieder schmerzen, die Stimme heiser und der Tinnitus nicht abgeklungen ist. :D

Setlist (ohne Gewähr):
- Lost Keys
- Rosetta Stoned
- Stinkfist
- Forty Six & 2
- Jambi
- Schism
- Right In Two
- Sober
- Lateralus
- Vicarious
- Aenima

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